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Topaz, die Handori

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Leseprobe:
Die junge Frau saß immer noch starr vor Schreck zwischen den Bäumen. Was sie da eben ungewollt mit angehört hatte, machte sie fassungslos. Angst schnürte ihr die Kehle zu und machte sie handlungsunfähig. Aber ganz langsam erwachte sie aus der Starre. Sie musste hier weg, und zwar schnell! Topaz sah sich um. Nein, es war niemand mehr da. Rasch stand sie auf und ging nach Hause. Unterwegs zwang sie sich unter Aufbietung aller ihrer Kräfte, rational zu denken. Ihr Inneres war in Aufruhr und immer wieder stiegen Angst und Panik in ihr auf. Aber sie durfte nicht panisch werden. Wichtig war nur, dass sie noch heute Nacht von Handor verschwand. Während sie ihrer Unterkunft zustrebte, dachte sie nach und plötzlich kam ihr der zündende Gedanke: Ioto! Ja, Ioto war gut. Topaz nickte gedankenverloren. Es gab alle zwei Stunden einen Flug zu diesem Mond, da viele Handori in den dortigen Minen arbeiteten, aber hier auf Handor lebten.

Zu Hause angekommen, eilte sie zunächst zu ihrer Computerkonsole und stellte fest, dass der nächste Flug in etwa einer Stunde ging. Da nur noch wenige Plätze frei waren, buchte sie direkt einen für sich. Das war nicht weiter verdächtig, es gab schließlich auch einen botanischen Garten auf Ioto, in dem sie schon des Öfteren gearbeitet hatte. Selbst wenn Loran, was sie doch sehr bezweifelte, heute Nacht auf die Idee kommen sollte, die Passagierlisten durchzusehen, würde es ihm nicht weiter auffallen. Rasch warf sie einige Kleidungsstücke in eine kleine Reisetasche. Auch ihre Bargeldreserve und die Scheckkarte steckte sie ein. Sich in ihrem Zimmer umsehend, ob sie auch alles eingepackt hatte, durchzuckte sie ein Gedanke. Wenn sie einfach verschwand, würde Loran vermutlich sofort anfangen, nach ihr zu suchen. Sie setzte sich noch einmal an die Computerkonsole und verfasste eine kurze Nachricht an ihn, in der sie ihm mitteilte, dass sie nach Ioto hätte fliegen müssen, aber in ein paar Tagen zurück sei. Dann nahm sie ihre Tasche und machte sich auf den Weg zum Raumhafen. Hier lief alles glatt. Am Terminal holte sie ihr bestelltes Ticket ab und stellte sich in die bereits wartende Schlange zum Einstieg in das Flugshuttle. Es ging zügig voran und bereits nach kurzer Zeit konnte sie auf ihrem Sitz Platz nehmen.

Der Flug dauerte nur eine halbe Stunde. Nach der Landung eilte Topaz zunächst zur Bankfiliale, um ihr Konto aufzulösen. Der Schalterbeamte sah sie zwar etwas befremdlich an, zahlte ihr aber anstandslos ihre Ersparnisse aus. Hastig stopfte Topaz das Geld in ihre Reisetasche und suchte dann die Toilette auf, um es dort in dem kleinen flachen Beutel zu verstauen, den sie unter der Kleidung trug. Nur einen geringen Betrag steckte sie in ihre Gürteltasche, um damit den Weiterflug und sonstige Ausgaben zu bezahlen. Topaz ging zurück in die Schalterhalle. Ein Blick auf die Abflugtafel verriet ihr, dass bereits in zehn Minuten das nächste Schiff nach Wollan ging, das lediglich Zwischenstopps auf Iaka und Togana einlegte. Sie kaufte sich ein Ticket bis zur Endstation und hatte das Glück, noch eine Einzelkabine zu bekommen. Topaz ging an Bord, fragte einen Stewart nach dem Weg zu ihrer Kabine und eilte dorthin. Aufatmend drückte sie die Tür hinter sich ins Schloss. Jetzt fiel die bisher mühsam aufrechterhaltene Selbstbeherrschung von ihr ab. Tränen liefen ihr übers Gesicht und sie ließ sich aufs Bett fallen. Wie hatte sie nur glauben können, dass ein Mann wie Loran sie lieben würde? Wie ein Film lief das Geschehen, dessen Zeuge sie geworden war, wieder vor ihrem geistigen Auge ab.














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