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Die Rückkehr der Vako




Leseprobe:
Nach dieser rätselhaften Erklärung verließ er die Zelle und auch Kator machte Anstalten, seinem Chef zu folgen. Als er an Shenaya vorbeiging, blieb er allerdings für einen Moment stehen, sah sie lüstern an und wisperte so leise, dass Nourdin es nicht hören konnte: „Irgendwann ergibt sich schon eine Gelegenheit für uns beide, Süße.“ Shenaya erschauerte bei dieser Vorstellung. Nur zu gut waren ihr Donalds Erzählungen im Gedächtnis, wie Kator Frauen behandelte. Als er dann die Zelle verlassen hatte, atmete Shenaya erleichtert auf. Sie setzte sich wieder auf die Pritsche und überlegte fieberhaft, wie sie sich aus ihrer misslichen Situation befreien konnte.

Nourdin blieb in der Mitte der großen Vorhalle, die zu diversen Zellen führte, stehen und wartete auf Kator. Als dieser zu ihm aufschloss, fuhr Nourdin ihn an: „So geht das nicht weiter mit dir! Krieg endlich deine Libido in den Griff!“

„Meine was?“, fragte Kator mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht.

Nourdin verdrehte genervt die Augen, erklärte dann aber: „Du sollst endlich aufhören, jede Frau vögeln zu wollen, die du in die Finger kriegst. Ich warne dich, wenn Shenaya Winder auch nur das Geringste passiert, suche ich mir jemand anderen, der deinen Job erledigt. Ist das klar? Mit ihr komme ich endlich ans Ziel meiner Forschungen und deshalb ist sie zu wertvoll für deine Spielchen. Ich weiß, wie die Weiber aussehen, wenn du sie durch die Mangel gedreht hast.“

Kator schluckte, fuhr sich nervös mit der Zunge über die Lippen und beeilte sich, zu versichern: „Alles klar, Boss. Ich werde sie nicht anrühren.“

Was ihm blühte, wenn Nourdin sich tatsächlich einen anderen Handlanger engagierte, konnte sich Kator lebhaft vorstellen. Angst stieg in diesem Koloss von Mann auf. Er war Nourdin nicht gewachsen, das wusste Kator. Mochte er auch körperlich überlegen sein, so war Nourdin gerissen genug, um ihn im Handumdrehen auszuschalten. Ihm ging es nur solange gut, wie Nourdin mit ihm zufrieden war. Deshalb setzte Kator jetzt noch hinzu: „Ich werde mir woanders ein paar Weiber suchen.“

Nourdin seufzte, wollte schon etwas erwidern, ging dann aber doch weiter. Es half alles nichts, er musste mit diesem Weiberhelden leben oder sich direkt nach jemand anderem umschauen. Kator hatte noch immer nicht begriffen, dass seine Neigung sie irgendwann verraten würde. Verdammt, was sollte er bloß machen? Nourdin strebte eilends aus der Halle seinem Büro zu. Er würde sich später darüber Gedanken machen. Auch wenn er vermutete, dass Kator es nicht wagen würde, seine Gedanken zu lesen, sicher war er da nicht.

Am anderen Ende des großen Raumes lag ein Geschöpf in einer der zahlreichen Zellen, das mit seinen speziellen Fähigkeiten aufmerksam die ganze Szene und auch die zuvor in Shenayas Zelle verfolgt hatte. Noch hatte niemand mitbekommen, was oder besser gesagt wen sie dort eingekerkert hatten. Und das Geschöpf achtete sorgfältig darauf, dass dies auch so blieb. Noch musste es beobachten und lernen, aber die Tage seiner Einkerkerung waren gezählt. Davon war es nun überzeugt.














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